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"Wir sind ein gutes Stück vorangekommen"

Interview mit dem Gospel-Award-Produzenten Gerd Knuth

 

Gerd Knuth ist Geschäftsführer der Hamburger Beratungs- und Fernsehproduktionsfirma NeuSehLand TV. Er hat den Gospel Award initiiert und produziert das Event mit seiner Firma.!!!anriss!!!


Herr Knuth, sind sie mit dem Ergebnis des Gospel Award 2005 zufrieden?

Ja, denn unser Ziel ist, Gospel ganzjährig – und nicht nur zu Weihnachten – als Musik mit Botschaft in einer breiten Öffentlichkeit zu verankern. Und auf dem Weg zu diesem Ziel sind wir in Berlin wieder ein gutes Stück voran gekommen. Wir sind außerdem sehr dankbar für die stabile Trägerschaft und die verlässlichen Partner.

Berlin ist kein einfaches Pflaster für Musikevents. Jeden Tag finden hunderte von Konzerten statt. Wie haben Sie die Hauptstadt diesbezüglich und hinsichtlich der lokalen Gospelszene erlebt?

Für uns war es eine große Herausforderung, nach Berlin zu kommen, mit seiner großen Sättigung an Musikveranstaltungen. Aber wir haben hier gute Partner gefunden und eine funktionierende Gospelszene erlebt. Auch wussten wir, dass es naturgemäß nicht einfach sein würde, in die Berliner Medien zu kommen. Um so mehr hat uns gefreut, dass der Rundfunk Berlin-Brandenburg vor der Award-Gala live aus dem ICC gesendet hat.

Wie verlief die Zusammenarbeit mit der Berliner Initiative "gospel goes city"?

Der Berliner Mass Choir war einer der Höhepunkte des Abends im ICC. Und auch der Gospel-Gottesdienst in der St. Marienkirche mit 600 Leuten war sehr gelungen, genial organisiert und moderiert. Ich habe selten einen Gottesdienst erlebt, bei dem fast jeder Beitrag mit Applaus verabschiedet wurde. Gospel hat dort einen ganz wichtigen Dienst getan, für Gemeinschaft gesorgt und Bewegung in die Menschen gebracht.
Auch der Gospel-Club war gut besucht. Laut der Club Commission (Zusammenschluss Berliner Musikclubs; Anm. d. Red.) waren wir in Sachen Besucherzahlen im guten Mittelfeld im Vergleich zu den anderen Berliner Clubs. Das Experiment ist aus unserer Sicht gelungen: Gospel funktioniert in der Kirche genauso wie in einem normalen Musikclub.

Viele Zuschauer haben die technischen Probleme im ICC und bei der Live-Übertragung auf Bibel TV kritisiert. Was war da los?

Wir hatten in Teilbereichen Tonprobleme im Saal, das tut mir sehr leid. Unser Berliner Partner hat aber angesichts der großen Anforderungen im Gesamtprojekt mit Live-Übertragung, Saalbeschallung und Produktion ohne "Netz und doppelten Boden", also ohne Playback oder Halbplaybac, gut gearbeitet. Auch uns wurde über Ton-Störungen bei der Fernsehübertragung berichtet. Diesen technischen Problemen gehen wir derzeit zusammen mit Bibel TV nach.

Gab es intern Ärger, weil sich Moderator Wolfgang Kons an einer Stelle über Bibel TV lustig gemacht hat? Bekommt er noch eine Chance?

Wolfgang Kons ist ein guter Moderator, der sein Handwerk versteht. Ich habe bis heute nicht gehört, dass es bei Bibel TV Ärger gegeben hat. Ernsthaft weiß ich auch nicht, warum es dazu einen Grund geben könnte. Übrigens sind wir mit Wolfram Kons schon im Gespräch für die Moderation des nächsten Gospel Awards.

Nach Bekanntgabe der Finalisten gab es Stimmen, die vermuteten, es könne kein Zufall sein, dass drei von sechs Finalteilnehmern aus Berlin kämen. Ein Trick, um die lokale Gospelszene zu mobilisieren und das Haus voll zu kriegen?

Wir kennen den Vorwurf. Doch ich kann versichern, dass die Juroren nicht wussten, woher die Gruppen kommen, mit Ausnahme, dass es bei den "Berlin Star Singers" der Name verrät. Als Produktionsfirma hatten wir keinen Einfluss auf die Entscheidung der Jury und wollten auch keinen nehmen. Wir waren selbst erstaunt darüber, letztendlich aber auch ein wenig erleichtert, weil so die Logistik etwas einfacher wurde.

Im letzten Jahr hat RTL in seiner Weihnachts-Gospelsendung das Material vom Gospel Award verwendet. Wie sieht es dieses Jahr aus?

Wir würden uns sehr freuen, wenn der Gospel Award oder Teile daraus bei RTL eingesetzt werden. Diese Entscheidung trifft der Sender aber selbst. RTL hat auf jeden Fall die Bänder vom Gospel Award angefordert.

Und wie geht's im nächsten Jahr weiter? Wird der Gospel Award 2006 wieder in Berlin verliehen?

Ich persönlich habe eine große Sympatie dafür, in Berlin zu bleiben, eventuell auf der Popkomm. Aber die Entscheidung treffe ich nicht allein. Letztendlich ist also alles offen, was den Ort betrifft. Wir sind auch für die Zusammenarbeit mit Partnern offen, sofern der Gospel Award eine eigene öffentliche Plattform erhält, so wie das vor einem Jahr beim Gospelkirchentag in Bochum und jetzt hier in Berlin war.
Natürlich ist eine starke Medienpartnerschaft mit einem Fernsehsender wichtig. Wir freuen uns sehr über das Engagement von RTL und auch Bibel TV, die auch im nächsten Jahr dabei sein wollen. Sollte es Anfragen von anderen Sendern geben, sind wir gesprächsbereit und werden alle Möglichkeiten prüfen. Dies wird dann sicher den Ort und den Termin und auch andere Parameter betreffen.
Wir machen derzeit eine umfangreiche Analyse, bei der uns natürlich auch die Meinung der Gospelszene sehr wichtig ist. Viele Faktoren spielen dabei eine Rolle: die Funktion der Jury und des Publikums-Votings, die Bedeutung für die Szene vor Ort, die Kooperation mit der Popkomm und den anderen Partnern usw. Nur ein gemeinsamen Dialog mit allen Partnern bringt uns nach vorne.


Mehr zum Gospel Award im Nachklang unter: www.berlin-gospel-web.de/gospelaward05.html

gug      2005-11-02






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